FRANCESCO CALIGNANO ist ein besonders vielseitiger Pappmachéemeister, der diese typische Tradition aus Lecce mit besonderer Kunstfertigkeit betreibt und gleichzeitig Bildhauer, Maler, Stukkateur und Kunsthandwerker ist. Er wurde am 1. Januar 1954 in Montesardo di Lecce geboren. Er ist aber nicht nur ein vielseitiger Künstler (Musiker, Maler, Bildhauer), sondern auch ein Geschichts- und Kulturexperte seiner Heimat, dem Salent. Er machte seinen Schulabschluss am “Liceo Artistico” in Lecce.
Der mysteriöse Ursprung der Pappmachéekunst reicht zurück bis in die Antike und in die fernen Länder des Fernen und Mittleren Orient. Im späten Mittelalter brachten die Venezier diese Technik aus China mit, durch die Araber wurde sie in Andalusien eingeführt, und so breitete sie sich schließlich auch im Okzident aus. Man geht davon aus, dass sie im Zuge der spanischen Vorherrschaft im 13. Jahrhundert in Italien verbreitet wurde. Die engen Handelsbeziehungen zwischen der Republik Venedig und den Kaufleuten des Salent sorgten dafür, dass sich diese Technik auf neue Art und Weise eigenständig in Lecce weiterentwickelte, gleichzeitig wurde diese Entwicklung von der reichen Produktion in Neapel beeinflusst. Schließlich erlebte die Pappmachéekunst in Lecce einen wahren Glanzzeit. Außer Neapel gibt es in Lecce so viele Schutzheilige (18) und Bruderschaften (16) wie in sonst keiner anderen Stadt. Aufgrund der immensen Nachfrage an religiösen Gegenständen und Symbolen war die Pappmachée sehr gefragt. Die Statuen ließen sich schnell herstellen, waren leicht und konnten somit, da sie Bronze- und Marmorstatuen perfekt nachahmten und harmonisch zu Kunstwerken aus Stein passten, bei Prozessionen leicht transportiert werden. Seit einigen Jahren sind die Pappmachéemeister darum bemüht, der Pappmachéekunst aus Lecce wieder zum Glanz vergangener Zeiten zu verhelfen.
Bei der Pappmachée handelt es sich um ein Material, das entsteht, indem man Papier in einer Lösung aus Wasser und Mehlkleber aufweicht, in einem Steingefäß zerstampft und anschließen aufkocht. Die Masse wird dann ausgewrungen, um den überflüssigen Wassergehalt zu entfernen, und dann mit einer Lösung aus tierischem Kleber, Stärke- und Harzmasse gemischt. Das Ergebnis ist eine einheitliche Masse, die mit den Fingern auf Holzgerüste oder Gipsabdrücke aufgetragen wird, die aus irdenen Originalformen, die der Künstler selbst formt, gegossen werden. Nach dem Modellieren lässt man das Kunstwerk langsam im Freien oder in beheizten Räumen trocknen, anschließend macht man sich mit “Feilen“ an die Feinarbeit, das heißt alles Grobe wird entfernt und die Oberflächen werden abgeschliffen. Mit einem glühenden Eisen kann man dann Falten und Details der Gesichtsausdrücke gestalten. Anschließend wird die Skulptur mit einem Mittel behandelt, das es vor dem Eindringen von Feuchtigkeit, vor Motten und vor Hitze schützt, um es dann schließlich bemalen zu können, und zwar zuerst mit Tempera-, dann mit Ölfarben.Der Künstler ist der Meinung, dass die korrekte Technik der Pappmachéekunst nur im Einzelunterricht oder in kleinen Gruppen (maximal 4 Teilnehmer) übermittelt werden kann. Unter seiner aufmerksamen und erfahrenen Aufsicht lernen die Schüler allmählich, zunächst kleine Werke und dann langsam immer bedeutendere und anspruchsvollere Arbeiten auszuführen.
So interpretiert der Kunstkritiker Antonio Mario Marzo ein Gemälde von Calignano, Eufrosina Calignano mit Enkeln.
”……hier stellt die vorhandene klassische Architektur eine eindrucksvolle und symbolische Gegenkraft zur mütterlichen Gestalt der Donna Eufrosina und zum weiblich gestalteten Gesamtbild dar. Man beachte die Rosen, das reine Quellwasser, das aus einer Quelle neben dem Tempel hervorquillt, die vom Wasser geprägte Grundstimmung, die das Gesamtbild ausstrahlt und die die einzelnen Elemente dieses großartigen Gemäldes kennzeichnet. Die Darstellung in einem flachen, schläfrigen Licht ist so abstrakt, dass ihr enthaltener Realismus in eine metaphysische Dimension übergeht. Das Bild drückt eine intime und verwunschene Starre aus, die man auch in anderen Portraits und Bildern des Künstlers wiederfindet. Es handelt sich dabei um einen geradezu photographischen Realismus, der aber gleichzeitig einen stillen, träumerischen Zauber zu verleihen vermag. Ikonen einer ruhigen, erhabenen Welt, in deren Richtung sich die Ansichtsweise des Künstlers zwischen stechendem, psychologischem Eindringen, Zuneigung und symbolischer Mythisierung hin verliert...”
Francesco Calignano
Via Nazionale, 122
73030 Montesardo (LE) Italy
Tel. +39 0833 785933
Mob. +39 333 8746732
info@francescocalignano.it
Für Unterkunft: www.lagrenza.it